Sebastian Turner ist ein Berliner Unternehmer und Publizist.

Kurz:

Der Medienunternehmer Sebastian Turner begann seine berufliche Laufbahn als Gründer: 1985 startete er Medium, Magazin für Journalisten. Es folgten Stationen als Vorstandsvorsitzender der internationalen Kommunikationsagentur Scholz & Friends, Gründer der internationalen Wissenschaftskonferenz Falling Walls, Herausgeber des Tagesspiegels und Gründer der MediaTech-Gruppe Trafo. Turner studierte in Bonn und den USA (Duke) Politikwissenschaft und lehrt als Honorarprofessor an der Universität der Künste in Berlin.

 

Lebenslauf:

Sebastian Turner wurde 1966 in Clausthal-Zellerfeld (Harz) geboren und wuchs in Stuttgart auf. Er studierte Politikwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre, Journalismus sowie Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Bonn und in den USA und schloss sein Studium 1990 mit einem Master of Arts an der Duke University in Durham, USA, ab. Turners erste Firmengründung liegt noch davor, sie fällt in seine Schulzeit: 1985 gründete er die Fachzeitschrift "Medium, Magazin für Journalisten", heute die führende unabhängige Journalistenzeitschrift in Deutschland. Dem waren zwei Gründungen vorausgegangen: 1981 eine Schülerzeitung, die als beste Deutschlands ausgezeichnet wurde, und 1983 eine Stadtschülerzeitung, die sich zu einem der grössten jugendeigenen Betriebe in Deutschland entwickelte. Das Studium finanzierte sich Turner durch journalistische Mitarbeit u.a. für die F.A.Z., die Zeit, den WDR und Geo. 1988 wurde er in die Henri-Nannen-Journalistenschule von Gruner+Jahr und der Zeit aufgenommen, verzichtete aber aufgrund eines Auslandsstipendiums. Nach seinem Abschluss in den USA zog Turner 1990 in die DDR und gründete erst in Dresden, dann in Berlin eine Kommunikationsagentur, die Teil der Scholz & Friends Gruppe wurde. In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender (bis 2008) entwickelte sich die Scholz & Friends Gruppe zur kreativsten Agentur in Deutschland und zur grössten unabhängigen Agenturgruppe in Europa mit über 1.600 Mitarbeitern. Zu seinen Arbeiten zählen "die Kampagne des Jahrhunderts" (Spiegel) für die F.A.Z. unter dem Titel "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“,  eine erfolgreiche Rettungskampagne für die Tageszeitung Taz und die Serie „Wir können alles. Außer Hochdeutsch" für das Land Baden-Württemberg. Mitte der 90er Jahre wandte er sich digitalen Fragen zu und wurde Mitgründer des Digital-Dienstleister Aperto AG, der heute als Teil von IBM zu den führenden Anbietern in Deutschland zählt. 1999 wurde Turner von der Fachpublikation „New Business“ zum "Kopf des Jahres" gewählt und 2006 als bislang jüngstes Mitglied in die Hall of Fame von Wirtschaftswoche und GWA aufgenommen. 1999 zählt Turner zu den Gründern "des ersten deutschen Unternehmens-Brutkastens" (managermagazin), aus der sich die Internetgruppe Econa AG und Beteiligungen mit Schwerpunkten in den Branchen Medien, Internet und Software entwickelt haben.

2013 wurde Sebastian Turner in den Aufsichtsrat der Mediengruppe von Dieter von Holtzbrinck DvH Medien GmbH, Stuttgart, berufen, seit 2014 ist er u.a. gemeinsam mit Giovanni di Lorenzo Herausgeber des Tagesspiegel  und gemeinsam mit Dieter von Holtzbrinck Gesellschafter der Tagesspiegel-Gruppe. In dieser Zeit konnte der Tagesspiegel von der drittgrössten Qualitäts-Zeitung der Hauptstadt zur Nr. 1 aufsteigen mit der besten Auflagenentwicklung aller deutschen Tageszeitungen und deutlicher Steigerung des Marktanteils auf über 40 Prozent. Im Rahmen einer umfassenden Innovationsstrategie entstanden beim Tagesspiegel die hyperlokalen Leute-Bezirksnewsletter, die Morgennewsletter Morgenlage und Checkpoint, die Agenda- und Causa-Seiten, das Magazin-Supplement Tagesspiegel Berliner, über 100 jährliche Kongresse, die Science Matches und die Future-Veranstaltungsserie, sowie die B2B-Verticals Tagesspiegel Background (täglich) und Tagesspiegel Politikmonitoring (wöchentlich) für die Bereiche Energie, Mobilität, Gesundheit und Digitalisierung. Das in dieser Zeit etablierte System der Vertikalisierung eines Qualitätsmediums durch die Gründung von Expertenpublikationen führte zu einem signifikaten Ausbau der Redaktion und einem deutlichen Anstieg der Exklusivmeldungen bei gleichzeitiger Verbesserung der Erlöse. Die Zahl der Mitarbeiter der Tagesspiegel-Gruppe stieg in der Zeit gegen den Branchentrend. 

2017 gründete Sebastian Turner das Unternehmen Trafo, um Media-Tech-und Content-Tech-Trends zu erkennen und die sich daraus ergebenden unternehmerischen Chancen zu ergreifen. Trafo beteiligt sich an und kooperiert mit technologieorientierten Unternehmen im Medienbereich wie etwa dem Opinion-Tech-Unternehmen Civey. 2018 wurde Turner vom Kress-Report als „Medienmanager des Jahres“ ausgezeichnet. 

 

Neben der unternehmerischen Tätigkeit engagiert sich Sebastian Turner ehrenamtlich für eine Reihe von Anliegen, mit einem Schwerpunkt bei Kindern und Wissenschaft.

Er unterstützt mit seiner Arbeit u.a. das Haus der kleinen Forscher und Unicef. Auf seine Initiative hin setzte sich seine Heimatstadt Stuttgart das Ziel, die kinderfreundlichste deutsche Großstadt zu werden und bildete das Kuratorium kinderfreundliches Stuttgart.

Turner war Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages und Vorstand bzw. Vorstandssprecher des Art Directors Clubs in Deutschland und Europa. Turner wurde vom rot-roten Berliner Senat in den Vorstand der Einstein Stiftung Berlin für die Spitzenforschung berufen. Mit einem Leitartikel für den Tagesspiegel initiierte er das Leitbild der „Digitalhauptstadt Berlin“, die sich das Ziel setzt, 100 zusätzliche digitale Professuren zu schaffen, um etablierte Unternehmen und Neugründungen anzuziehen. Aus dieser Initiative ging das Einstein Centrum Digitale Zukunft mit inzwischen rund 70 neuen Professuren hervor.

Turner wurde Anfang der 90er Jahre als erster Lehrbeauftragte an das neue Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden berufen. Es folgten eine Gastprofessur und eine Honorarprofessur an der Universität der Künste, Berlin. Turner zählt zu den Initiatoren der Berlin School of Creative Leadership und zu den Unterstützern der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH). 2010 gründete er die gemeinnützige Falling Walls Foundation die jedes Jahr am 8. und  9. November zum Jahrestag des Mauerfalls einen internationalen Wissenschafts- und Innovatorenkongress veranstaltet, der inzwischen erweitert um die Berlin Science Week eines der grössten Wissenschaftstreffen weltweit ist.

2012 wurde er von der Findungskommission der CDU Stuttgart als parteiloser Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters seiner Heimatstadt Stuttgart nominiert. Mit dem Ziel, Stuttgart zur "Bildungshauptstadt" zu machen, erhielt er 45,3 Prozent der Stimmen, eine Steigerung zum CDU-Ergebnis bei Gemeinderatswahl 2009 (24,3 Prozent) und eines der besten Wahlergebnis eines bürgerlichen Kandidaten in den letzten Jahren in einer deutschen Großstadt. Er lag aber dennoch hinter dem ehemaligen Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Fritz Kuhn.

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, initiierte Sebastian Turner 2016 anlässlich der bevorstehenden deutschen G20-Präsidentschaft die Global Solutions Initiative. Sie versammelt die führenden Berater des G20-Prozesses und veranstaltet ein jährliches internationales Treffen in Berlin.

Tabellarischer Lebenslauf Sebastian Turner

1966

geboren in Clausthal-Zellerfeld/Harz, aufgewachsen in Stuttgart

1985

Gründung "Medium - Magazin für Journalisten", bis 1995 Herausgeber

1990

Master of Arts, Duke University, USA, Political Science, Journalism, Business Administration; Grundstudium an der Universität Bonn

1991

Gründung Scholz & Friends Dresden (Branche Kommunikation; bis 2008 als Vorstandsvorsitzender Scholz & Friends Gruppe / Commarco-Holding, inzwischen Teil von WPP)

1992

Lehrauftrag an der TU Dresden, anschliessend Lehrauftrag, Gast- und heute Honorarprofessor an der Universität der Künste, Berlin

1995

Gründung Aperto AG, Berlin (Branche Digital Service, inzwischen Teil von IBM)

1998

Vorstand Art Directors Club für Deutschland (bis 2010) 2000 bis 2004 Vorstandssprecher

1999

Gründung Econa AG, Berlin (Branche Internet und Beteiligungen)

2002

Initiierung Berlin School of Creative Leadership (Programmstart 2006)

2003 

Präsidiumsmitglied Deutscher Evangelischer Kirchentag (bis 2009)

2006

Aufnahme in die Hall of Fame, Wirtschaftswoche

2009

Vorstand Einstein Stiftung Berlin (bis 2013)

2010

Gründung der Falling Walls Foundation gGmbH, Berlin

2010

Mitglied Deutsches Kuratorium Unicef

2012

Parteiloser Kandidat Oberbürgermeisterwahl Landeshauptstadt Stuttgart

2013

Aufsichtsrat DvH Medien GmbH, Stuttgart.

2014

Herausgeber Tagesspiegel und Gesellschafter Tagesspiegel-Gruppe

2016

Initiierung der jährlichen Berlin Science Week,

Initiierung der Global Solutions Initiative

2017

Gründung Trafo (Media- und Content-Tech), Berlin

2018

Medienmanager des Jahres, Kress Report